Zahlungsklagen vor israelischen Gerichten, allgemeine Hinweise

Sie wollen in Israel eine Geldforderung gerichtlich geltend machen? Bitte beachten Sie dazu unsere folgenden Hinweise:

Das außergerichtliche Verfahren

Ehe der Klageweg beschritten wird, sollte versucht werden, die Schuldnerin in Israel letztmalig konkret anzumahnen, die Forderung zu begleichen. Erfahrungsgemäß lassen sich durch uns angemahnte Schuldner oft dazu bewegen, die Forderung zu erfüllen.

Im außergerichtlichen Verfahren berechnen wir unser Honorar nach Arbeitsstunden. Für die Korrespondenz mit der Mandantschaft, die zur Aufsetzung eines detaillierten Mahnschreibens mit Androhung gerichtlicher Maßnahmen unter Fristsetzung nötig ist, das Mahnschreiben selbst und gegebenenfalls die Übermittlung der ersten Antwort ist mit einem Aufwand von etwa 2 bis 3 Arbeitsstunden zu rechnen.

Vorgerichtliche Abwägungen

Verläuft das außergerichtliche Vorgehen fruchtlos ,kann die Mandantschaft entscheiden, ob sie zuerst Auskünfte über die Schuldnerin, insbesondere Bontitätsprüfungen einholen will. Hierbei sind wir gerne behilflich. Bei juritischen Personen kann von Dunn & Bradstreet eine aktuelle Wirtschaftauskunft auf englisch eingeholt werden. Bei Privatpersonen müsste eine Detektei beauftragt werden.

Gerichtsverfahren

 

Rechtsanwaltshonorar in der ersten Instanz

 Das Rechtsanwaltshonorar ist in Israel, anders als in Deutschland, nicht gesetzlich festgesetzt, sondern wird zwischen dem Rechtsanwalt und dem Mandanten frei vereinbart.

Es kann ein Pauschalhonorar vereinbart werden, das aus Basishonorar und Sitzungshonorar besteht.

Das Basishonorar wird aus dem Streitwert errechnet und wird im Voraus bezahlt.

Zusätzlich zum Basishonorar berechnen wir die Gerichtssitzungen über die erste Sitzung hinaus mit einem Festsatz, dessen Höhe u.a. vom Standort des Gerichts abhängt. Wegen des Honorars jeder Sitzung ergeht nach der Sitzung eine Rechnung, die innerhalb von 30 Tagen zu zahlen ist.

Üblich ist auch eine Honorarvereinbarung, die sich nach dem Aufwand, also nach Arbeitsstunden richtet.

Bei geeigneten Fällen kann auch ein Erfolgshonorar vereinbart werden. Diese Variante ist in Israel zulässig und ebenfalls üblich.

Allen Honorarzahlungen ist Mehrwertsteuer in Höhe von gegenwärtig 17% hinzuzufügen.

Erstattung der Gerichtsgebühren und des Rechtsanwaltshonorars

Bei vollem Obsiegen der Klägerseite hat die Beklagtenseite die Gerichtsgebühren in voller Höhe zu tragen. Ferner hat der/die Beklagte das Anwaltshonorar der Klägerseite zu bezahlen und zwar in einer Höhe, die das Gericht nach Ermessen festlegt. Es kann also u.U. vorkommen, daß das Gericht nicht das gesamte Honorar der Beklagtenseite auferlegt.

Nötige Unterlagen für das Mahnschreiben bzw. die Einreichung der Klage

Im allgemeinen werden für das Mahnschreiben folgende Unterlagen benötigt:

  1. Eine kurze Erläuterung, auf welcher Grundlage die Forderung beruht.
  2. Die Auflistung der geschuldeten Beträge.
  3. Die Daten der jeweiligen Fälligkeit, die Berechnung der Zinsen auf jeden Grundbetrag bis heute und eine Erklärung, auf welcher Grundlage der gewählte Zinssatz gefordert wird.
  4. Die Bestellungen durch den Schuldner, bzw. andere Dokumente, die seine Eckdaten aufzeigen.

   Für die Einreichung der Klage benötigen wir zusätzlich folgende Unterlagen:

  1. Den gesamten Schriftverkehr mit dem/der Schuldner/in, einschließlich Verträge, Bestellungen, Liefernachweise, Rechnungen, Mahnungen und eventuelle Antworten der Gegenseite(chronologisch geordnet).
  2. Eine besondere Vollmacht, die wir ggf. gesondert übersenden.